À bientôt! Impressionen von Südfrankreich bis San Sebastian

Vive la France!

Den Film von Amélie habe ich bestimmt zwanzigmal gesehen und bis vor wenigen Jahren auch gern mal beim Gemüseschneiden oder putzen im Hintergrund laufen lassen. Obwohl ich ihn auswendig kenne, liebe ich es, darin noch weitere Details zu entdecken. „Detail“ – das heißt für mich Frankreich. Karl Lagerfeld und seine Kreationen in Perfektion gehören ebenso dazu wie Baguette, Croissant, Paris und Chanson. Analog zu Paris habe ich übrigens eine Stadt entdeckt, die der Metropole in nichts nachsteht, außer ihrer Größe: Dijon! Ein wunderschönes Pflaster mit Pariser Charme und hübschen Ecken.

Leider habe ich in der Schule nie französisch gelernt. Nach englisch wählte ich spanisch und russisch, somit war damals kein Platz mehr für diese wunderschöne romanische Sprache. Meine autodidaktischen Versuche, das alles noch nachzuholen, sind jedes Mal gescheitert. Seither war französisch für mich der Inbegriff von Kompliziertheit und jedes Mal ein Rätsel, wie alle Welt mit Leichtigkeit diese eleganten Wörter in einem näselnd-schönen Singsang vereint, der sich so ästhetisch von all den anderen Sprachen abhebt.

Gerade verschmelze ich mit unserem Nachbarland immer mehr. Landschaftlich zählt schon die BRD zu den schönsten Abschnitten Europas. Doch Frankreich hat zusätzlich noch so viel zu bieten und ich weiß nicht, welche Regionen ich als nächstes entdecken möchte. Für dieses Jahr ist es erst einmal genug und neben dem Rhonetal und der Westküste stehen für mich noch tiefere Einblicke in die Provence und Bretagne auf der Liste. Und was die Sprache betrifft habe ich nun doch wieder Hoffnung! Die Assimil-Methode setzt auf intuitives lernen, einfach, anders und sehr dezent, meine absolute Empfehlung!

Zwei Dinge sind mir besonders aufgefallen. In Frankreich erscheint das arbeiten anders, gelassener, natürlicher. Franzosen scheinen es außerdem zu lieben, auch mal eine Pause zu machen, das Leben sein zu lassen, aber mit Haltung, authentisch, stilvoll, nicht faul. Und im Gegensatz zu Deutschland, scheint man auch Probleme mit einer anderen Herangehensweise zu behandeln. Sie gehören hier einfach dazu, werden nicht glattgeschliffen und als Teil eines ganzen betrachtet. Für Familien noch sehr interessant: in Frankreich herrscht kein Schulzwang. Durch die sogenannte Bildungspflicht ist ein Schulbesuch obligatorisch und damit in meinen Augen Grundlage für ein freies, universales Gesellschaftswesen. Doch auch viele Franzosen wissen dies übrigens nicht.

Avignon

Eine absolute Traumstadt in der Provence! Die „Stadt der Päpste“ zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und war im Jahr 2000 sogar Kulturhauptstadt Europas. Es gibt hier wunderschöne Bauwerke, Parks und Gärten, unzählige kulturelle Einrichtungen und mehrere künstlerische Festivals im Jahr. Es gibt hier so viel zu entdecken, dass man dafür ruhig mehrere Tage einplanen kann. Avignon ist für mich der perfekte Ort für einen Langzeitaufenthalt oder kreative Studien.

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Sète

Diese Hafenstadt liegt direkt an der Mittelmeerküste und wird auch als Klein-Venedig der Provinz Languedoc bezeichnet. Das Zentrum entlang des Canal Royal erinnert mit seinen pastellfarbenen, freskenartigen Fassaden ein wenig an Havanna. Das Treiben ist laut und durchmischt. Und obwohl die Außenbezirke mit den überdimensionalen Schiffen und Anlagen sowohl den Zugang zum Meer versperren und optisch nicht zu den schönsten zählen, gibt es im Kern doch eine charmante Meile und einige Perlen zu entdecken.

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Toulouse

Allein schon der Name verleiht der Stadt ihren Charme! Sie stand für mich schon immer gleich mit dem Maler Toulouse Lautrec. Über 97.000 Studenten wohnen hier und auch 5000 Deutsche (Quelle: Wikipedia). Die Straßen von Toulouse sind lebendig: man sieht hier überwiegend junge, alternative, bunt gekleidete Leute und nirgendwo habe ich sonst so viele Musiker gesehen. Aber nicht nur das Treiben ist bunt. Die Fassaden und Bauwerke sind alle aus roten Ziegelsteinen, terracotta, weshalb man Toulouse auch die rosarote Stadt nennt.

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Orthez

Dieser kleine Brückenort in Aquitanien ist einfach perfekt gelegen: 80 km bis zum Atlantik und mit direkter Zuganbindung an Bordeaux und Toulouse, zudem umringt von kleineren schönen Städten und noch dazu zwischen den Flughäfen Pau und Bayonne. Am Rande der Pyrenäen und von einem Fluss durchzogen bietet dieser Ort eine landschaftliche Vielfalt und besondere Schönheit. Die Natur hier ist sehr reich und man findet schon für wenig Geld ein schönes Grundstück.

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Biarritz

Biarritz ist vor allem unter Surfern bekannt und zählt diesbezüglich zu den Hot Spots in Europa. Die Stadt ist relativ klein und wirkt im Zentrum ein wenig wie eine Kulisse. Die Fassaden sind schick, die Schaufenster glänzen und alle scheinen ein wenig hektisch. Glanz und Glamour – wer eine dicke Brieftasche hat, lässt sich hier sehen!

Das tolle an Biarritz: der Strand und die Küste! Neben den wenigen, aber sehr schönen Sehenswürdigkeiten wie Hafen, Leuchtturm, Chapelle Impériale, Eglise St. Martin, Notre Dame du Rocher, Schokoladen- oder anderen Museen, kann man hier v.a. entlang der Küste die herrlichen Strände genießen. Die berühmte Côte des Basques besticht mit ihrem malerischen Ausblick und einem ganz besonderen Farbenspiel.

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Das Ende von Frankreich in Spanien: San Sebastian

New York, Paris, Dubai, Shanghai – die Metropolen der Welt können mit dieser Stadt nicht mithalten! San Sebastian ist mit Abstand eine der schönsten Städte, die ich bisher gesehen habe. Trotz seiner  Berühmtheit als Ausgangspunkt für den spanischen Jakobsweg ist es keine überfüllte Metropole und das Tourismusaufkommen fügt sich hier so elegant und locker in die vielen kleinen Gässchen ein, dass man es irgendwie gar nicht bemerkt. Donostia, wie es im Baskischen heißt, hat einfach alles! Berge, Wald, Meer, Strand, Hafen und eine Innenstadt mit Flair. Überall ist es sauber und wir sahen zudem ungewöhnlich viele Kinder, was wirklich eine Besonderheit ist! Im November sind es zur Zeit noch weit über 20° C – hier könnten wir uns gut vorstellen, sesshaft zu werden.

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Und jetzt? Machen wir eine Pause! Wir lassen uns und unsere Fahrräder mal ein bisschen ruhen. In Europa ist es uns nun zu kalt, daher setzen wir uns eine ganze Länge weiter südlich ab und kommen wieder, wenn es hier ein bisschen wärmer ist. Den spanischen Abschnitt wünsche ich mir für nächstes Jahr! So lange das Schicksal nicht weitere Pläne dazwischen wirft… A bientôt!

2 Kommentare auf “À bientôt! Impressionen von Südfrankreich bis San Sebastian

  1. Hallo Louise,
    dein Artikel über Frankreich war so schön und inspirierend zu lesen! Es stimmt wirklich, oft wollen viele weit weg, aber allein das Nachbarland hat schon soo viel zu bieten, dass man immer wieder dorthin fahren kann und immer neues entdecken kann… oder an Orte zurückkehren, die man einfach ins Herz geschlossen hat. 🙂
    Bei mir ist es andersrum, ich reise nicht mit Kind, sondern eher noch als Kind 😀 Aber ich war auch mit meiner Familie fast immer schon in Frankreich im Urlaub, und ich kann deinen tollen Erfahrungen aus Avignon und San Sebastian nur zustimmen! Desweiteren werde ich nach diesem Artikel sicher auch mal Toulouse auf meine Reiseliste packen, und bei meinem nächsten Aufenthalt in Hossegor (meinem momentanen Lieblingsort/-gegend) einen Besuch in Biarritz einplanen!
    Danke fürs Teilhabenlassen an diesen schönen Erfahrungen! ♥
    Liebe Grüße Hannah

    1. Danke liebe Hannah!! Und ich werde mir dann wohl mal Hossegor ansehen, wenn das zu deinen Lieblingsorten gehört;) Liebe Grüße

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