Mein persönliches Wertesystem soll nicht am Geld scheitern. Ich ziehe Konsequenzen.

Wichtige Info gleich vorweg: dies ist kein gesponsterer Artikel! Alle Empfehlungen gebe ich frei und ungebunden, gleichzeitig übernehme ich dafür keine Garantie. Gesponserte Beiträge werden auf Zwerggeflüster immer gekennzeichnet.

Manchmal ist das Leben einfach nicht zu toppen, doch eines habe ich gelernt: es passieren immer wieder Wunder und jedes Problem soll uns etwas sagen, etwas lehren und ich bin überzeugt davon, dass diese Lektionen in veränderter Form immer und immer wieder auftauchen, bis wir sie verstanden haben.

Dazu muss man sagen, dass sich die schlimmsten Probleme bei den meisten Menschen auf beruflicher, privater, also beziehungstechnischer, oder gesundheitlicher Ebene abspielen. Richtige Probleme wären also keine, gingen sie nicht in irgendeiner Form an die Existenz. Und dabei dreht es sich fast immer auch um Liebe, persönliche Bedürfnisse und Geld.

Über Geld habe ich am Anfang der Bloggeschichte von Zwerggeflüster schon öfter geschrieben. Damals war unsere Tochter frisch geboren, ich hatte gerade mein Studium beendet, war in Elternzeit und habe selbständig auf geringfügiger Basis gejobbt. Besonders in dieser Phase habe ich mir viele Gedanken über Geld gemacht – und immerhin haben wir es geschafft, uns für eine längere Reise ein kleines Häufchen Moneten zusammenzusparen. Während meines Studiums hatte ich immer Geld! Alles, was ich konnte, habe ich zur Seite gelegt und zu zweit als Eltern haben wir uns mit Blick auf unsere Langzeitreise einen richtigen „Sparplan“ gemacht (den kannst du dir gern hier anschauen, denn er funktioniert!)

Jetzt sieht das wieder ganz anders aus. Wir leben nicht mehr als Familie zusammen, ich habe nur sehr dünne Ersparnisse, bin in meiner Arbeit zwar sehr qualifiziert, verdiene aber wie alle, die in sozialen oder kulturellen Berufen tätig sind, deutlich unter Wert und versuche zudem, die Bedürfnisse unserer Tochter mit meinen eigenen in Einklang zu bringen. Das bedeutet konkret, dass ich es respektiere, dass sie z.B. nicht in den Kindergarten möchte, obwohl wir das eine Weile ausprobiert haben. Für mich bedeutet das, dass ich meine Arbeitszeiten genau so lege, dass sie sich nicht mit der Zeit, die ich mit Manou verbringen kann, überschneiden. Aber auch, dass ich finanziell Abstriche mache. Ich arbeite freitags, samstags, sonntags und den halben Montag voll und während der Woche, wo sich Manou bei mir befindet, zusätzlich abends, nachdem ich sie ins Bett gebracht habe, und gelegentlich auch nachmittags, wo sie dann dabei sein kann. Für mich persönlich passt dieses Modell, zumal Manou es von uns immer so gewöhnt war und wir beide, beide Eltern, dadurch die Möglichkeit haben, ein bedürfnisorientiertes Familienleben zu führen.

Ich kenne aber viele Eltern, die sich fragen, wie sie den Spagat schaffen sollen, wie sie ihre Qualifikationen und Kompetenzen, ihr Familienleben und ihre kinderfreie Zeit, die sie widerum effektiv und sinnvoll nutzen möchten und müssen, in Einklang bringen können. Von Leidenschaften noch ganz zu schweigen. Die unklaren Vorstellungen zehren an einem. Wenn man sich aber noch dazu untereinander uneinig ist, wird es schwieriger. So war es auch bei uns. Und so sehr Geld für unser jetziges Leben noch eine Rolle spielt, so traurig finde ich es auch, dass daran Grundwerte scheitern, ja sogar Menschen, Freundschaften und Beziehungen auseinanderklaffen.

Geld ist ein Glaube, allein der Glaube daran, verleiht ihm seine Wichtigkeit

Ich möchte die Problematik nicht abwerten! Ich bin selber nicht reich und überlege mir daher sehr  genau, woher ich meine Ressourcen beziehe, wie ich diese einsetze, was ich überhaupt zum Leben brauche und möchte und welche Möglichkeiten und Wege es gibt, selbst mit wenig Geld ein Leben in Fülle und Wohlstand zu führen. In unserer Gesellschaft sind wir zum Einen unglaublich reich und beschenkt! Und meiner Meinung nach darf sich hier niemand beklagen, denn in Deutschland ist es für alle möglich, ein materiell zufriedenstellendes Leben in Ruhe und Sicherheit zu führen. Ich weiß, dass jetzt die ersten „Aber´s“ kommen aber Moment bitte noch – ich beziehe mich hier nämlich rein auf den Vergleich mit Ländern, in denen durch politische oder militärische Unruhen das Grundlegendste gestört ist, nämlich Frieden. Wir leben in Frieden hier, zummindest in der Hinsicht, dass jedermann zum nächsten Supermarkt laufen kann, ohne einen Panzer im Rücken zu haben. Wir leben (noch) in Frieden, ein sehr hoher Wert.

Und um nun die Aber-Sager zu bestätigen: ja, ich sehe das auch so. Allein dieser Vergleich relativiert unsere Probleme, auch wenn sie anderer Natur sind, nicht. Denn wenn sich aufgrund des Wohlstands und Überflusses in dieser Gesellschaft Menschen vor Langeweile gegenseitig das Leben schwer machen – denn ja, anders kann man es meiner Meinung nach nicht nennen, denn jemand, der in seiner Mitte ruht und aus sich selbst heraus schöpfen kann, ist aus dem Herzen gesättigt und fühlt sich zu allem anderen als Misstun berufen – dann ist das sehr wohl ein Problem, denn dadurch entsteht im schlimmsten Fall Krieg. Und in dieser grenzwertigen Situation befinden wir uns in Deutschland und in Europa im Moment. Gleichzeitig sind die allermeisten Menschen Sklaven der Arbeit, gesellschaftlicher Konventionen und des Geldes.

Überlegungen und Wege, wertvoll mit Geld umzugehen

Jeder braucht Geld. Miete, Strom, Versicherungen und vieles mehr müssen bezahlt werden. Doch bereits hier stellt sich die Frage: was brauche ich zum Leben überhaupt? Was benötige ich, was ist mir wichtig?

Ich persönlich habe Dinge, feste Grundwerte, die mir so wichtig sind, die ich aus mir heraus leben muss, dass ich darauf nicht verzichten kann und will. Was sind solche Werte, was ist ein Wert denn überhaupt? Es handelt sich dabei um ein Gut, eine Wichtigkeit, ein Gewinn oder Qualität. Für mich sind das Frieden, Freiheit, Gesundheit, Liebe und Zeit. So simpel sie klingen, so viel Wer lege ich auf jene in meinem ganz persönlichen Alltag, sie sind Antrieb hinter allem, was ich mache, übergeordnete Grundvision meines Lebens und jeder Entscheidung bis ins kleinste Detail.

Wenn ich diese Werte nun auf die Geldthematik übertrage, bedeutet das für mich, mir zu überlegen, ob und wie ich diese Werte mit Geld in mein Leben holen kann. Und dabei habe ich festgestellt: gar nicht. Das, was mir persönlich am allerwichtigsten ist, kann ich mit Geld also nicht kaufen. Übrig bleiben lediglich die Dinge, die ich als Grundlage dieser Werteexistenz benötige, dazu zählen z.B. eine Wohnung, meine Internetverbindung, Briefporto, Lebensmittel und solche Sachen. So lustig das jetzt klingen mag – betrachtet man es von dieser Seite, ist alles schon recht einfach.

Da wir nun in einem System leben, welches sich (noch) des Geldes bedient bzw. in welchem wir Geld in verschiedenen Formen noch benutzen – und ja, auch ich habe mich (wieder) dazu entschieden, nachdem ich es ausprobiert habe, drei Monate geldfrei zu leben -, muss ich mir nun lediglich überlegen, wie hoch mein Mindestbedarf ist und wie ich diesen decken kann und möchte, denn besonders hier spielen die eigenen Werte wieder eine Rolle, denn: ich persönlich könnte z.B. nie für ein Unternehmen arbeiten, was nicht meiner eigenen Philosophie entspricht. Ich tue nur noch, was ich auch vertreten kann und was aus meiner Sicht den Wandel hin zu einer menschlicheren und schöneren Gesellschaft auch vorantreiben kann.

Eine weitere Konsequenz daraus ist, sich zu überlegen, wie man Teile des Mindestbedarfs alternativ decken kann. Dabei bin ich u.a. auf folgende Erkenntnis gestoßen, die ihr hier nachlesen könnt: „Ab heute gehe ich nicht mehr einkaufen. Kein Essen mehr aus Supermärkten.“

Wie ich persönlich Geld investiere

Doch um ein Leben in Fülle, Kraft und Lebendigkeit zu leben, kann man sich meiner Meinung nach nicht nur einschränken. Ich sehe das zweigeteilt. Zum einen erfordert diese Art der Einschränkung – ich würde es jedoch lieber Umgewöhnung nennen, wenn es z.B. darum geht, nicht mehr in Supermärkten einzukaufen und unethische Konzerne zu unterstützen – ein schon recht hohes Maß an Disziplin. Immer wieder und nahezu überall ist man Verlockungen ausgesetzt, denen man erst einmal lernen umss, zu wiederstehen. Denn natürlich „spielen“ diese v.a. mit unserer Psychologie und wir durchschauen das „Spiel“ oft nicht so schnell. Aber das kann man lernen, es wiederholt sich systematisch.

Zum anderen lohnt es sich aber auch, vorhandenes Geld oder Überfluss zu genießen bzw. sinnvoll zu investieren. Das ist absolut entscheidend, denn hier sind wir an einem Punkt großer Veränderung, wenn nur jeder so handelt. Jeder weiß inzwischen, dass er durch sein Konsumverhalten ganz bewusst z.B. Veränderungen mit steuern kann. Geld an sich hat nach wie vor keinen Wert, aber es ist ein machtvolles Steuermittel. Welche Werte möchtest du also in der Gesellschaft sehen, welche fehlen dir, welche willst du gezielt mit „steuern“?

Ich persönlich möchte wissen, wo mein Geld wirkt, wo genau es hinfließt und welche Veränderungen bzw. was genau es bewegt und bewirkt. Deshalb unterstütze ich mehrere Vereine, die sich für Bildungsfreiheit und ein ganzheitliches menschliches Bildungssystem in Deutschland einsetzen. Ich investiere in die Hobbies und Bedürfnisse unserer Tochter, in meine Freunde und Mitmenschen und meine eigene Aus- und Weiterbildung. Ich investiere in alles, was mir, meiner Seele und Persönlichkeit gut tut und mein eigenes Wohlbefinden stärkt, denn nur so kann ich meine Werte auch nachhaltig leben und für andere stärken und in die Welt tragen.

Interessante Links und weiterführende Infos

Eine sehr interessante Initiative ist Mein Grundeinkommen. Hier wird regelmäßig durch die Gemeinschaft Geld gesammelt und sobald ein Jahresbetrag von 12.000 Euro zusammengekommen ist an Menschen ausgezahlt. Auf diese Weise haben laut der Website bereits 62.778 Menschen 94 Grundeinkommen finanziert.

Auch die Einthemen-Partei Bündnis Grundeinkommen beschäftigt sich damit. Diese „wurde gegründet, damit das Bedingungslose Grundeinkommen bei der Bundestagswahl am 24.09.2017 für alle wählbar ist.“ Interessant ist, dass das benötigte Unterstützerziel bereits in allen Bundesländern mit Ausnahme von zweien erreicht ist. Dies kann man direkt auf der Startseite der Webseite in einer Grafik sehen.

Fast alle von uns führen noch ein Bankkonto. Doch aus meiner Sicht sollte heutzutage jeder darüber nachdenken, eine Alternative dafür zu finden. Ist das (noch) nicht möglich, empfehle ich die GLS Bank, die das angelegte Geld in unzählige soziale Projekte investiert, dabei kann man selbst mitbestimmen, wo die Mittel hinfließen.

Mein absoluter Liebling ist harald Welzer. Sein Buch „Selbst Denken“ kann ich absolut empfehlen.

Spannend ist auch, wie viele Menschen bereits frei vom Geld leben, wie genau sie das machen und welche Alternativen es in den verschiedenen Lebensbereichen gibt. Darüber habe ich schon einmal hier in einem Selbstexperiment geschrieben, inkl. vieler weiterführender Links.

Auch die Beschäftigung mit dem sogenannten Vollgeld ist hochinteressant. Vollgeld ist das Gegenteil vom Schuldgeld, welches wir momentan (noch) haben, doch dazu ist das unten aufgeführte Video interessant.

Prof. Franz Hörmann, ein Wirtschaftswissenschaftler aus Österreich, hat dazu einen sehr bewegenden Vortrag gehalten. Ich habe diesen Vortrag bereits unzähligen Menschen empfohlen und ausnahmslos jeder, der ihn gesehen hat, wurde dadurch zum Umdenken bewegt. Sehr interessant ist auch die Reaktion des Moderators am Ende. Hat man die erste, doch sehr theoretische Hälfte des Videos geschafft, wird es richtig interessant.

Ein weiteres PDF dazu ist hier zu finden: Das Ende des Geldes – Wegweiser in eine ökosoziale Gesellschaft

Wenn dir meine Inhalte gefallen und speziell dieser Artikel nützlich für dich war, kannst du mich auch persönlich auf verschiedene Weise unterstützen, wie z.B. hier, indem du dich finanziell an meiner aktuellen Crowdfunding-Kampagne mit einem selbst gewählten einmaligen Betrag beteiligst. Die entsprechende individuelle Gegenleistung kannst du dir dabei natürlich selbst aussuchen, hier geht es direkt zum Herzensprojekt.

2 Kommentare auf “Mein persönliches Wertesystem soll nicht am Geld scheitern. Ich ziehe Konsequenzen.

  1. Das was Du beschreibst zeigt ja die Tendenz unserer Gesellschaft, die sich zunehmend spaltet. Auf der einen Seite die, die alles konform machen, Kinder früh in Kita, dann Schule, alles Ganztag Vollzeit. Arbeiten, Versorgt sein, kaufen können. Und auf der anderen Seite die, die bedüfnisorientiert, bewusst, kritisch, verantwortungsvoll leben möchten. Wenn das dann alleinerziehende Mütter sind, wird es schwierig.
    Die Mütter versuchen alles hinzubekommen. Das geht eine Weile, doch irgendwann sind die Reserven leer und beim Thema Schule kommt unweigerlich auch die Beschäftigung mit der Schulpflicht, wenn man den bedürfnisorientierten Weg weitergehen will.
    Wir sind zwar hier gut versorgt, wie Du schon sagst, aber die Geldsorgen, der soziale Ausschluss, der viele mit dieser Problematik trifft und der Stress der mit dieser Lebenssituation verbunden ist, gefährdet auch die Gesundheit massiv. Es sind ja vor allem die Mütter, denen gerade viel zu viel zugemutet wird.

    Eigentlich ging es ja um Geld in Deinem Artikel. Aber dahinter steht ja viel mehr. Das Geldproblem zeigt deutlich wen esgerade am härtesten trifft und wo der meiste Druck entsteht. Konstruktiver Umgang ist wichtig, aber gerechte Veränderung der Verhältnisse noch viel nachhaltiger.

    Ich finde es wichtig, dass vor allem diese Frauen, aber auch alle Eltern grundsätzlich ihre gemeinsame Stärke mehr nutzen, statt sich immer mehr an die Bedingungen anzupassen, statt zu versuchen immer alles hinzukriegen und sich dabei zu zerreissen.
    Auf Island hat es mal einen Frauenstreik gegeben. Alle Frauen haben einen Tag lang alle Arbeit, auch die unbezahte Haus-, Pflege- und Betreuungssarbeit ausfallen lassen. Da ging nix mehr. So etwas ist in Deutschland längst überfällig.

    1. Wow, toller Kommentar und interessante message von dir, liebe Nila. Das gibt wirklich zu denken und ich stimme dir da absolut zu. GlG!!!

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