Ortsunabhängig Arbeiten Teil II – bloggen, Blogger, Bloggerinsights

Nachdem ich gestern im ersten Teil über das digitale Nomadentum schon mal ein bisschen zur  Motivation hinter der neuen Verführung berichtet habe, möchte ich euch heute noch ein paar konkretere Einblicke in das Thema geben.

Ich muss gestehen, dass mich das bloggen am Anfang sehr viel Überwindung kostete. Und es war auch nicht der erste Versuch, schon 2006 habe ich mein erstes Blog gestartet, weil das damals in Mode kam und ich Lust drauf hatte. Zwerggeflüster war eigentlich erstmal nur ein Test in die Richtung des professionellen Bloggens*, ich wollte einfach ausprobieren, ob mir das auch länger Spaß macht und wissen, wann mir die Ideen ausgehen!

Mittlerweile werde ich öfter gefragt, wie viel Geld ich schon damit verdient habe, denn auf den Blog sprechen mich alle möglichen Leuten, ja, er ist sogar eine Art Visitenkarte geworden. Wenn ich mit Leuten zusammen arbeiten möchte, muss ich nicht mehr meine ganze Geschichte erzählen oder eine „Bewerbung“ per Mail schicken. Der Link zum Blog reicht. Wenn ich ihn zur Zeit auch noch ständig umforme, neu kreiere oder anders gestalte, ist er schon zu einer Art digitalen Visitenkarte mutiert, für die sich Menschen interessieren und über die ich schnell mit Leuten in Kontakt komme.

Und obwohl ich viele Anfragen bekommen, ist es nicht mein Ziel, speziell mit dem Blog Geld zu verdienen. Aber: der Blog hat mir geholfen, etwas für mich zu finden, womit oder wodurch ich in jedem Fall auch gute Einnahmen erzielen kann, d.h. ein Blog ist so gesehen nichts anderes als eine Website – ein Abbild von dem, was du ohnehin schon machst, mit was du dich auch sonst schon beschäftigst. Und dann ist es gar nicht mehr schwer, das Internet für sich zu monetarisieren, man muss nur Ideen haben und gewisse Regeln befolgen.

Interview mit den zwei Bloggerkolleginnen Lisa und Katharina von Stadt Land Mama:

 Zwerggeflüster: Warum ist euch das bloggen so wichtig? Ich meine, wir Mütter haben ja schon genug zu tun…

SLM: Für uns ist es eine wunderbare Form, Dinge auch zu verarbeiten, sie beim gw0gxt3xSchreiben zu ordnen. Und es macht uns sehr froh, wenn wir dann hören: Ach, so geht es mir auch! Das Schöne am Bloggen ist, dass es sofort Resonanz gibt. In Form von Kommentaren, in Form von Klicks. Wir sind ja beide Journalistinnen, schreiben gehört also eh zu unserem Leben.

Zwerggeflüster: Könnt ihr mit eurem Blog Geld verdienen?

SLM: Ja, wir können mittlerweile auch Geld mit dem Blog verdienen, das wir zwei uns gerecht aufteilen. Stadt Land Mama ist aber nicht unsere Haupteinnahmequelle und soll es auch nicht werden. Es ist und bleibt die schönste Nebensache der Welt 😉

Zwerggeflüster: Sehen dich deine Kinder oft vor dem Laptop sitzen und wenn ja, stört dich das?

STL: Das stört weniger mich als die Kinder 😉 Und ja, sie sehen mich öfter mal vor dem Laptop oder am Handy sitzen. Sie finden es sehr faszinierend, wie schnell ich tippen kann. Natürlich wollen sie auch manchmal gern dran. Es gibt da ein ganz wunderbares Mathe-Lern-Programm… wenn Computer, dann bitte sinnvoll, hehe.

Zwerggeflüster: Warum schießen immer neue Elternblogs gerade wie Pilze aus dem Boden?

SLM: Ist das so? Ich finde, wem das Schreiben gut tut, der sollte das einfach tun. Und es ist doch toll, wenn man im Internet dann auch direkt auf Leser trifft, die vielleicht ähnlich ticken wie man selbst und einem folgen. Das kann einem viel geben. Dazu kommt: Die meisten Mütter standen vor den Kindern im Job. Sie sind es gewöhnt, produktiv zu sein, Dinge zu schaffen, zu erledigen. Wenn ich beim Kind die Windel gewechselt habe, muss ich dies aber eine Stunde später wieder tun, und eine Stunde später wieder. Die Aufgaben drehen sich zum Teil im Kreis. Das ist beim Bloggen anders. Text geschrieben, veröffentlicht, fertig. Das ist ein anderes Erfolgserlebnis. Hinzu kommt aber auch, dass sie viele mit dem Kind allein auch mal einsam fühlen. Das Internet bietet die Möglichkeit, auch von der Couch aus mit vielen anderen Menschen im Kontakt und Austausch zu bleiben. So kann man sich noch als Teil der Welt da draußen begreifen, das tut gut. Und wenn das Kind dann heimlich die Toilette verstopft, danach die Pfanne vom Herd wirft, um schließlich eiermatsche in der Wohnung zu verteilen – dann ist das in dem Moment nervenzermürbend. Aber wenn man es dann im Internet erzählt und anderen damit ein Lachen aufs Gesicht zaubern kann? Dann hatte das doch alles seinen Sinn!

Zwerggeflüster: Und was war eigentlich der Auslöser dafür, einen eigenen Blog zu starten?

SLM: Wir haben uns Stadt Land Mama zu zweit ausgedacht, nachdem die ehemalige Stadtmama Caro und ich unser Buch „Ich glaub, mich tritt ein Kind“ für dtv geschrieben hatten. In dem Buch unterhalten wir uns im Dialog über die Skurrilitäten der Schwangerschaft und wir wollten diesen Dialog gern weiterführen. Das war 2012. 2014 ist Caro dann bei Stadt Land Mama ausgestiegen, um einen Roman zu schreiben und Katharina kam an Bord. Ich hätte mir keine bessere Nachbesetzung vorstellen können…

Als Teil des Artikels ist die Idee einfach, Außenstehenden, Nichtbloggern (aber auch anderen Bloggern zur Inspiration) ein wenig Einblick in dein Bloggerleben zu gewähren und zu zeigen, wie viel Arbeit doch darin steckt und dass man so etwas eben nicht nur aus Langeweile auf der Couch auf sich nimmt.

In Blogs steckt viel Arbeit, ja. Aber: wer die nicht machen will, muss es ja zum Glück auch nicht tun. Wir nehmen unser Blog nicht als Arbeit wahr, irgendwie gehört es halt einfach dazu. Es geht in uns auf. Wir schreiben nicht auf, wie viele Stunden wir Kommentare moderiert oder nach guten Texten gesucht haben, die wir mit den Lesern teilen können. Mit wie vielen Hundert Mails pro Woche wir zu tun haben, weil jemand gern sein Produkt von uns getestet hätte. Wie wir nachts um 0 Uhr noch einer verzweifelten Mama gut zusprechen, die sich hilfesuchend an uns wendet. Für uns ist es genau das, was ein Blog ausmacht. Dass wir sechs Mal pro Woche neue Inhalte generieren ist schon anspruchsvoll, aber wir sind ja auch zu zweit und ein echt gutes Team. Unser Ziel ist es, die Elternschaft aus so vielen unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, wie nur möglich. Da das im Moment ziemlich gut gelingt – auch dank fabelhafter Gastbeiträge unserer Leser – sind wir ziemlich glücklich damit.

 

Bloggen, Websites und Konzepte – meine Tipps

Vor drei Tagen erzählte mir Easy, eine Freundin und echt tolle Frau, dass sie unbedingt bloggen möchte, nur noch nicht genau weiß, wie, über welches Thema usw. Im ersten Teil des Artikels habe ich sie euch schon empfohlen, meine beiden Lieblinge und Top-Experten der Blogosphäre. Bei Carina auf um180grad findest du wirklich alles, was du brauchst und wissen musst, ohne einen Cent dafür zu zahlen. Mein persönlicher Zwiespalt ist manchmal immer noch die Hin- und Hergerissenheit zwischen der „echten“, der realen Welt und dem Internet. Ich will eigentlich gar nicht so viel Zeit vorm Laptop und im Internet verbringen. Doch man kann es auch so sehen: wenn du eine Firma gründest oder dich selbständig machst, investierst du am Anfang auch viel Zeit, bis der Wagen (fast) von selbst rollt. Er wird nie von selbst rollen, doch irgendwann formt sich die Arbeit um und man kann die Schwerpunkte anders setzen. Ich persönlich habe einen Weg gefunden, viele Dinge offline zu erledigen und wirklich nur noch die Aufgaben online zu machen, die das auch erfordern. Und ich habe einmal eine Investition getätigt, von der ich bis jetzt und für jedes weitere Projekt zehren kann: das Blog Camp. Diesen Onlinekurs kann ich nur immer wieder weiter empfehlen, wenn jemand einen Blog, eine Website, ein digital business oder irgendein anderes professionelles Projekt im Netz starten möchte. Conni und Sebastian sind die führenden deutschen Reiseblogger und stechen mit dem, was sie online machen, absolut heraus. Ohne ihr Blog Camp*  gäbe es praktisch kein Zwerggeflüster.

Nur Mut zum online gehen – Spielregeln für die digitale Welt

Sein Standbein auch in der virtuellen Realität auszubauen, ist längst nichts besonderes mehr, im Gegenteil. Die Zukunft der Arbeit bedeutet: Digitalisierung. Ich persönlich bin kein Freund davon, möchte aber auch mit der Zeit gehen, da dass für mich bedeutet, die Energien fließen zu lassen. Und das Internet ist letztendlich nur ein Spiegel unserer Draußenwelt und geht mit den selben Regeln und Gesetzen einher, die wir auch zwischenmenschlich im Hier und Jetzt pflegen. Viele vergessen das, doch ganz besonders im Internet sollte man darauf achten, sich höflich, freundlich, hilfsbereit, offen und tolerant zu bewegen. Das ist noch wichtiger, wenn man sich für die digitale Berufswelt interessiert. Ich würde sogar sagen, mehr noch als in der „echten“ Welt, erkennt man die schwarzen Schafe auf dem Bildschirm sofort. Wer aber von den grundlegenden ethischen Regeln auch hier Gebrauch macht, sollte sich nicht scheuen, mit dem bloggen oder seinem gelernten Handwerk/ Beruf auch im Netz zu starten.

Affiliate

*Dies ist ein Affiliate-Link. Obwohl Zwerggeflüster für dich völlig kostenfrei ist, arbeite ich manchmal mit Partnern zusammen, die einen Teil meiner Inhalte sponsern. Meine Kooperationspartner suche ich mir immer selber aus, daher fließen in die Seite auch nur Inhalte, die mir selbst weiterhelfen und von denen ich wirklich überzeugt bin.

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