Übernachten auf Reisen – 16 Möglichkeiten für günstiges schlafen unterwegs

Wie machen das eigentlich die ganzen Traveller und Dauerweltenbummler, wo schlafen die so unterwegs und ist das nicht teuer? – Das wurde ich in letzter Zeit öfter gefragt und möchte hier mal etwas näher darauf eingehen, denn nein! Es gibt nicht nur Hostel oder Hotel. Auch wir mussten uns am Anfang unserer Reise jeden Tag aufs neue überlegen, wo wir diese Nacht unterkommen. Kosten für teure Unterkünfte können da auf jeden Fall richtige Löcher in die Reisekasse fressen. Es lohnt sich daher, nach ein paar Alternativen zu suchen. Hier stelle ich 15 Optionen vor, von denen ich immerhin 70 % selber ausprobiert habe und auch empfehlen kann! Vielleicht fällt dir noch was ein? Dann freue ich mich über einen Tipp in den Kommentaren!

Couch surfing

Du registrierst dich einmal auf der Webseite, legst ein Profil von dir an und stellst deine Anfrage(n) an die Leute, in deren Stadt du dich aufhalten möchtest. Wichtig dabei ist natürlich ein ordentliches, ansprechendes Profil: investiere ruhig ein bisschen Zeit in das anlegen deines Accounts. Beschreibe dich ehrlich und mit einem Foto, denn das Gegenteil würde auch bei dir nur wenig Vertrauen erwecken.

Toll ist, dass es wirklich nichts kostet! Weder die Anmeldung, noch das couch surfing an sich. Die soziale Komponente ist dabei nicht zu verachten, denn die meisten Gastgeber reisen selber gern oder haben das hinter sich und sind deshalb auch daran interessiert, neue Menschen und Kulturen kennenzulernen.

Selber Gastgeber werden muss übrigens niemand. Ob und was du einem Unterkunftssuchenden anbieten willst, entscheidest du. Es muss nicht immer ein Schlafplatz sein, eine Stadtführung oder ein Drink sind auch okay. Für den Gastgeber sind Gastgeschenke toll! Kein Muss, aber sollte dir eine Kleinigkeit einfallen, ist das sicher nett.

Für schnelles, kostenloses Unterkommen ist das Portal jedoch nicht gedacht und sollte dafür, wie alles andere auch, nicht missbraucht werden. Mehrere Leute gleichzeitig anschreiben und dann nicht mehr antworten ist schade, denn so ein Portal lebt von der grandiosen Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit seiner Mitmacher. Wer die Regeln verstanden hat, ist bei couch surfing jedoch super aufgehoben!

P1020525In Biarritz empfing uns Antoine sogar noch spät abends nach seinem Rugby-Spiel.

Be Welcome

Be Welcome ist ein multikulturelles Gastfreundschaftsnetzwerk ähnlich wie Couch Surfing, „das es dir ermöglicht, eine Übernachtungsmöglichkeit zu teilen, Menschen zu treffen und anderen auf ihrem Weg zu helfen.“ Weltweit.

Airbnb

Wem Hotels zu anonym sind, aber den Comfort mag und dabei weniger Geld ausgeben möchte, für den ist Airbnb etwas! Als Gastgeber habe ich hier selbst immer ein Zimmer vermietet und nur gute Erfahrungen gemacht.

Die Anmeldung ist kostenlos und funktioniert wie beim Couch Surfing (siehe oben), der Schwerpunkt liegt hier allerdings auf den individuellen Räumlichkeiten. Vermietet wird alles vom Einzelzimmer bis zur Ferienwohnung. Die Preise variieren von Stadt zu Stadt und von Gastgeber zu Gastgeber: auch innerhalb des Portals ist Paris also eher teuer und Wuppertal günstiger.

Als Gastgeber kann man sich damit ein gutes Taschengeld verdienen (pro Übernachtung verdient Airbnb durch eine sehr kleine Gebühr auch an deinem Gast) und als Traveller profitiert man von den schönen, individuellen und günstigen Schlafplätzen. Hier liegt eben nicht nur die abgepackte Seife vorm Badezimmerspiegel, sondern es gibt oft noch das Zuhausegefühl und einen persönlichen Ansprechpartner mit dazu.

Wer nun neugierig geworden ist und das ganze mal ausprobieren möchte, kann hier klicken und erhält 18 Euro für seine erste Übernachtung geschenkt!

f125d4fe_originalIn Deutschland hatten wir regelmäßig Gäste von überallher, gerade sind wir selbst gern mal welche.

Haus der Naturfreunde

“Mit mehr als 1.000 Häusern weltweit bieten die Naturfreunde ein breites Angebot: Die Palette reicht von Selbstversorgerhütten bis zu Naturfreundehotels, von saisonal bis zu ganzjährig bewirtschafteten Häusern, von Häusern am Meeresstrand bis zu Hütten im Hochgebirge.”– So steht es auf der Seite der Naturfreundehäuser, wo man sich über die Suchmaske den passenden Schlafplatz aussuchen kann. Zur Auswahl stehen neben den europäischen Ländern auch noch Senegal, USA und Chile. Ich selbst war bisher nur Tagesgast (denn die Häuser stehen normalerweise jedem offen und sind oft in wunderschöner Umgebung), daher kann ich hier keine persönliche Empfehlung abgeben.

Freunde/ Bekannte

Wer fällt dir als erstes ein, wenn du an deine nächste Reise denkst? Hast du vielleicht Freunde oder alte Bekannte im Gastland? Heutzutage sicher das einfachste ist Facebook! Vielleicht gibt es ja auch eine Freundin der Schwester der Mutter, bei der man mal… Wie gut kennst du also die Anhängerschaft deiner Familie???

Autos – Laichenwagen, Wohnwagen, Wohnmobil, Jeep mit Zelt, Minibus, Campervan & Co.

Eine definitiv lohnenswerte Überlegung. Ich selbst mag Autos ganz allgemein überhaupt nicht! Ich hatte nie ein eigenes und wollte zummindest bisher auch nie eins haben. Doch man soll niemals nie sagen und gerade jetzt merke ich, welche Vorteile so ein Ding zummindest für Reisende birgt. Mein persönlicher Favorit derzeit ist ein Campervan. In so einem Minibus kriegt man einfach alles mögliche unter, hat seinen Schlafplatz stets dabei und up to the top there is no limit. Wenn man also ein bisschen lust und Zeit hat, kann man sich so sein ganz persönliches Reisebuslein basteln, ausgestattet mit allem, was man selber braucht. Ein absolutes Highlight habe ich vor ein paar Jahren mal in Ostfriesland gesehen: einen aufgemöbelten Leichenwagen. Das tolle daran ist das angenehme Fahrgefühl (eher wie Auto statt wie Bus) und die perfekte Schlaflänge! Und unsere letzte Airbnb-Gastgeberin reist am liebsten mit einem robusten Jeep, der den Zelt-Schlafplatz immer gleich auf dem Dach hat, toll! Wir machen es uns derzeit in einem Wohnwagen gemütlich. Hier passen sogar Fahrräder rein und man kann sich auch mal länger irgendwo niederlassen, doch Vorsicht! Im Winter wird es kalt…

PicMonkey Collages

Zelten

Einfach, praktisch, kostenlos! Und eigentlich überall möglich, wenn man ein Gefühl fürs wild campen entwickelt. Hier gilt: wo du niemanden siehst, sehen dich auch die anderen nicht (was gut ist, da es in vielen Ländern quasi illegal ist). Ich persönlich mag es lieber, ein paar Menschen in Reichweite zu haben, aber auch diese Plätze findet man sehr schnell. Lohnenswert ist es immer, auf (Garten-) Grundstücken zu fragen, ob die Möglichkeit besteht, sein Zelt da aufzuschlagen. Manchmal hat man dabei das Glück, einen Schlafplatz im Haus oder der Garage angeboten zu bekommen. Und wem das alles zu anstrengend ist, der findet auch immer offizielle Camping- oder Zeltplätze.

aufwachen auf dem Ransbrunner HofZelten auf einem Bauernhof, direkt neben der Kuhweide.

Pilgerherberge

Wie der Name schon sagt, sind diese in erster Linie für Pilger da. Doch hier gibt es Unterschiede. Obwohl sich viele Pilgerherbergen durch ganz Europa ziehen, habe ich meine Erfahrungen bisher nur in Deutschland und Frankreich gemacht. Auf dem Jakobsweg sind sie da generell dichter zu finden, je näher man dem spanischen Hauptabschnitt kommt. In vielen Reiseführern steht, dass man lediglich einen Spendenbeitrag bezahlt, dieser schwankt angeblich zwischen 3,50 € und 15 €. Daneben gibt es noch “private” Pilgerherbergen, die teurer sein sollen. Ich selbst wurde bisher immer gefragt, ob der zu entrichtende Beitrag für mich “okay” sei und bin zweimal sogar umsonst untergekommen. Pilgern muss nichts religiöses sein und doch tun viele dies vor einem bestimmten Hintergrund. Es gibt da also immer spannendes zu entdecken, viel zu erleben und so eine Herberge bietet danach einfach einen Ort der sicheren Einkehr.

PicMonkey Collagee“Les Alouettes” in Brainville-sur-Meuse

Hotel, Gästehaus, Ferienwohnung usw.

Nach Preisklassen/ Sternen sortiert, oft nicht günstig und am besten zu reservieren.

Hoteltester

Auf der Internetseite von Trivago kann das jeder mal probieren, in dem er einfach schaut, ob im gewünschten Zeitraum am gewünschten Ort ein Hotel “getestet” werden soll. Als Tester erhält man dann Rabatt auf die Normalpreise und zahlt somit weniger. Ich selber habe das noch nie probiert, würde es aber aus folgenden Gründen auch (erstmal) nicht machen:

– man muss sich eher nach den vorgegebenen Zeiträumen und Orten richten

– die Hotelklassen sind meistens hoch und die Preise daher auch noch, trotz Prämie

– die Hotels/ Agenturen profitieren doppelt, denn als Tester zahlt man immer noch Geld und verfasst zusätzlich einen Bericht

Gastfamilie

Gastfamilien kann man manchmal ganz spontan finden, z.B. indem man einfach fragt, ob man sein Zelt auf dem gewählten Grundstück platzieren darf. Wenn man Glück hat, folgt dabei eine Einladung auf einen Drink, ein Essen, oder eben ins leerstehende Gästezimmer. Aber auch übers Internet kann man sich einen Platz bei einer Gastfamilie sichern, z.B. über das Portal Homestay. Es funktioniert genau wie Airbnb und ist eine schöne Möglichkeit, neue Menschen an neuen Orten kennenzulernen.

Workaway/ Wwoofing

Workaway wollte ich schon immer mal ausprobieren und kann es nun, nach meinem ersten Aufenthalt, nur jedem empfehlen. Man tauscht hier Arbeit gegen Unterkunft und Verpflegung. Einmal angemeldet (wie bei couch surfing und Airbnb erstellt man ein Profil von sich, so sind schließlich “Hosts” und Gastgebersuchende gleichermaßen vertreten) kann man in einer umfangreichen Hostlist nach seinem gewünschten Gastgeber suchen – weltweit. Sogar spezielle Wünsche wie Land, Sprache, Tätigkeit oder sonstige Schlüsselwörter (“chocolate manufacture”, “yoga”, …) kann man einfach über eine Filtermaske entsenden. Der Zugang zu Workawayern und Gastgebern ist jedoch geschützt. Mit deiner Registrierung auf der Webseite bezahlst du im Voraus eine Gebühr von 23,- Euro. die dir den Zugang zu allen Kontakten für zwei Jahre erlaubt.

Meine Erfahrung mit Workaway war grandios! Wir haben das als Familie ausprobiert und du kannst hier mehr darüber lesen. Außerdem haben viele Workawayer kennengelernt, die sich auf diese Art die ganze Welt angeschaut haben, fenomenal!

Warm showers

Diese Gemeinschaft habe ich erst hier in Frankreich kennengelernt. Besonders für Radreisende ist sie goldwert, denn wenn man mal keinen Schlafplatz findet oder es zu kalt ist zum campen, kann man sich hier melden. Ähnlich wie beim couch surfing bieten die Gastgeber ein Sofa, einen Raum oder ihr Grundstück zum an. Momentan haben sich über 45.000 Gastgeber eingetragen und das tolle ist, dass viele von ihnen auch gleich ihre Kontaktdaten zur Verfügung stellen. Sollte z.B. ein Gastgeber mal nicht zu Hause sein, erhältst du auf diese Weise trotzdem die Erlaubnis, bei ihm zu campieren.

House sitting

Ja, genau – nicht Baby sitten, sondern Häuser sitten! Es gibt Hausbesitzer, die Pflanzen oder Tiere haben, um die man sich während ihrer Abwesenheit kümmern kann. Oder sie möchten, dass ihr Garten nach der Rückkehr kein verwildertes Chaos ist. Besitzer können über verschiedene Websiten sogenannte “Haussitter” finden (also dich!), Leute, die genau diese Aufgaben selbständig übernehmen. Für dich bedeutet das: ein schöner Aufenthalt in einem schönen Haus in deiner Wunschregion, kostenlos. (manchmal wird man dafür sogar noch bezahlt). Gegen eine geringe Anmeldegebühr kann man sich so z.B. auf  Mind My House registrieren und nach der passenden Unterkunft suchen. Viel Spaß!

Flughäfen

Kennst du den Film Terminal mit Tom Hanks? In dem er während seiner Reise durch einen Bürgerkrieg plötzlich am Flughafen stecken bleibt und weder ein- noch ausreisen darf?

Am Flughafen zu übernachten ist tatsächlig eine Option und jeder, der viel fliegt und günstig unterwegs sein möchte, sollte sich die Seite sleeping in airports mal ansehen. Hier gibt es viele Tipps von Travellern, einen airport guide für alle Länder, best and worst airports (kostenloses duschen usw.) und noch viel mehr. Definitiv eine innovative und nützliche Seite!

Just sleeping

Hier einmal die Antwort eines Mannes, der mit seinem Fahrrad die ganze Welt bereist hat, Chris Billeque. Sein Blog Nomadno erzählt von seinem siebenjährigen Leben als Dauerreisender, rund um den Globus mit dem Fahrrad. Chris, wo schläfst du denn so auf deinen Reisen und wie machst du das – warst du auch mal im Hotel, zeltest du bei jedem Wetter, was ist, wenn es regnet und wie machst du es in der Großstadt, suchst du vorher im Internet?

“I think, the people just care too much about sleeping. Sleeping is just about laying down, just lay down if you are tired. I mean, you can sleep everywhere and this is freedom for me! But what is very, very important, is a good, a very good sleeping bag. Then you can sleep wherever you want! You always find a place, if it´s raining you go somewhere in, just under a roof, at least a bus station is everywhere.”

2 Kommentare auf “Übernachten auf Reisen – 16 Möglichkeiten für günstiges schlafen unterwegs

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