Verreisen mit Kindern – Ideen und Inspirationen, Teil I

Reisen. Ja. Ein großes Thema. Besonders heutzutage –  alle wollen reisen, alle reisen. Ich bin auch viel gereist und liebe es nach wie vor. Aber alles hat sich geändert. Als Mama lässt es sich nicht mehr so einfach alleine verreisen. Praktisch ja, aber nicht theoretisch. Die ganze Einstellung zum reisen hat sich verändert, ach, das ganze Leben. Mit Kindern hat man ja mehrere Leben. Aber nun mal zum reisen mit Kindern.

Warum möchten Menschen verreisen? Warum lieber alleine, ohne Kinder? Warum lieber günstig verreisen, zum Schnäppchenpreis? Die Aussage, dass man mit Kindern nun nicht mehr verreisen könnte, stimmt so (erst mal) einfach nicht. Zuerst stellt sich mir da die Frage, warum es mit Kindern so „kompliziert“ sein soll und warum es alleine also besser wäre, schöner? Für mich treten bei diesen Gedanken grundlegende Lebenseinstellungen und Sinnfragen ans Licht, die meinen Alltag genauso betreffen, durch das Thema Reisen aber besonders relevant werden: weil ich auf einmal meine – unsere – Koffer jetzt packen muss und damit konkrete Entscheidungen sichtbar zu treffen habe! Zuerst einmal: ich mag verreisen! Das verbinde ich mit aufbrechen, rauskommen, eintauchen in den Fluss des Lebens und sich führen lassen durch die Fremde, neues entdecken und erleben, sich treiben lassen, improvisieren und überrascht werden, leben, aufwachen und genießen. Im Grunde genommen alles Dinge, die alltäglich sind, aber von Routine, Stress und Gewohnheiten manchmal überdeckt werden. Hier taucht schon die Frage auf, wie sehr man es schafft, wirklich im Jetzt zu sein, sich frei zu machen von all den Gedanken und Zwängen, wirklich zu leben, jeden Tag? Natürlich geht das nicht ständig, denn zum Leben gehören immer zwei Seiten. Yin und Yang, hell und dunkel, warm/ kalt, oben/ unten, schwarz/ weiß, fröhlich/ traurig, schön/ hässlich. Und noch viel dazwischen. Auf Reisen ist das natürlich genauso, denn das ist auch das Leben. Nur nehmen wir hier alles viel intensiver wahr. Wir erleben eine Reise mit doppelt geöffneten Sinnen, schon allein die Vorbereitung, das planen, die finanzielle Investition, das Koffer packen, was geistig in Anspruch nimmt und die ganze Imagination im Hinblick auf das bevorstehende.

Möglichkeiten und Hürden

Mit Kindern oder Familie kann man nach wie vor genauso verreisen, wie als Single oder Paar. Wenn man verreisen einmal umformt und es übersetzt mit unterwegs sein oder die Welt entdecken, fühlt sich die Sache schon anders an. Genau hier liegt für mich der Schlüssel, denn ich möchte auch meinem Kind die Welt zeigen, besonders heute, wo das möglich ist, wo man das alles machen kann. Wenn wir raus gehen, muss ich auch unsere Sachen für den Spielplatz packen und es ergibt sich alles mögliche, so dass man erst abends wieder nach Hause kommt. Für mich ist die große Herausforderung, wie sich alles miteinander verbinden lässt: eigene Bedürfnisse, die der Kinder und des Partners, überhaupt Familienleben, indem sich jeder wohl fühlt, mit Welt entdecken, was aber kostet.

Inspiration

Es gibt viele Familien, die sich dem reisenden Lebensstil verschrieben haben. Alle haben ein anderes Modell. Welche Modelle gibt es überhaupt? Was liegt noch dazwischen, wie könnte man es für sich gestalten? Es scheint ein paar Berufe zu geben, die das reisen gleich mit im Gepäck haben, tja, „Glück muss man haben“, aber nein! Ich glaube, jeder kann sich dieses Leben so bauen, die Lösung schwebt schon irgendwo in der Luft herum. Wenn man ernsthaft darüber nachdenkt, kommen schnell alle berühmten Fragen auf, die das Dasein bestimmen und die Entwicklung prägen. Wie will ich leben? Was bedeutet für mich überhaupt leben, was brauche ich dazu? Was ist mir wirklich wichtig? Was brauche ich eigentlich gar nicht? Was mache ich nur aus Angst oder Zugehörigkeit, was macht mir eigentlich keinen Spaß? Was wollte ich schon immer gern machen? Wie lässt sich das mit meiner Familie vereinbaren? Muss es sich überhaupt vereinbaren lassen? Wie soll mein Kind aufwachsen? Wie wäre ich gern aufgewachsen? Was möchte mein Kind, was braucht es am meisten? Brauche ich Geld? Wie viel? Woher? Was kann ich? Welche Ideen gibt es? Wie will ich wohnen und wo? Und mit 60? …

Menschen, Familien, Beispiele

Ein schönes Beispiel für eine Reisefamilie sind Anna und Tom mit ihren beiden Töchtern Hanna und Mila. Auf ihrem Blog  thefamilywithoutborders dokumentieren sie alles rund um ihr Globetrotter-Familienleben. Die Eltern „beschlossen auch mit Kindern das Leben weiter zu leben, dass [sie sich] erträumten“. Beide sind Journalisten, er außerdem Webdesigner und Fotograf. Das Reisegeld verdienen sie sich also online.

Familie Clavin hat sich sogar sehr auf das Thema Weltreise mit Kindern spezialisiert. Auf ihrer Seite kann man sich kostenlos zwei Ratgeber herunterladen: Tipps und Hilfen zur Vorbereitung einer „großen Reise mit Kind“ und Weltreise mit Kind – Ausrüstungsempfehlungen für Reisen mit Kleinkind. Weiterhin ist hier ein interessanter Fragenkatalog zu finden – Malte und Annette beantworten hier alles rund um ihre Reisen, wie sie in Bezug auf Geld und Gesundheit vorsorgen uvm.

Auf ytravelblog, betrieben durch die beiden Austrailer Caz und Craig, kann man sich kostenlos durch 12 steps to travel führen lassen. Ich habe es selbst noch nicht probiert, aber es sieht sehr interessant und vielversprechend aus, dass ich es demnächst mal testen werde! Die beiden haben es sich zur Lebensaufgabe gemacht, reisebegeisterten Menschen zum Aufbruch zu verhelfen. Sie selber reisen seit Jahren zusammen mit ihren Kindern, auch mit wenig Geld.

Familie Piontek reiste mit ihren beiden Kindern sogar per Fahrrad durch Südostasien und Neuseeland. Dabei hatten sie pro Tag etwa 18,- Euro für alle zusammen zur Verfügung. Einen schönen Bericht über die vier gibt es hier (und außerdem das Buch „Weltreise statt Kindergarten“ auf ihrer Website).

Möglichkeiten, mit Kind und Kegel zu verreisen und Tipps zur Finanzierung und den Kosten erfahrt ihr in Teil II – viel Spaß!

Titelbild: www.39grad.de

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