Warum Yogis die besseren Eltern sind

Yoga bereichert nicht nur Dein Leben, es hat sogar die Kraft Dein Leben zu verändern. Denn Yoga
ist mehr als nur körperliches Ausführen von Haltungen: Yoga ist eine Lebensphilosophie.
Auch wenn Du Dich wenig für altindische Weisheiten interessierst, die Magie des Yogas entfaltet
sich von ganz alleine. Beginne damit, Deinen Körper zu entspannen und Du entspannst Dein
ganzes Leben.
Wünscht Du Dir auch ein unkompliziertes Kind?
Wir als Eltern wünschen uns ja meistens unkomplizierte Kinder. Wir finden es erstrebenswert, das
sich unser Kind ohne Theater anziehen lässt, wenn der kleine Wurm ohne Murren sein Abendbrot
aufisst sind wir zufrieden und vor allem in den ersten Lebensmonaten wünschen wir uns ein
engelsgleiches, friedliches Baby.
Für uns selbst wünschen wir uns das auch. Wir wollen ganz locker mit durchwachten Nächten,
Ängsten, in der Erziehung zu versagen oder Entwicklungsschüben umgehen. Dabei sind wir am
besten noch tipp-topp gestylt und wurden gerade zum Elternbeirat in der Kita gewählt. Schließlich
heißt es ja auch: Entspannte Eltern, entspannte Kinder.
Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass ich das auch nach außen trage – habe ich doch auch
schon zu Freundinnen nach einer kurzen Nacht mit wenig Schlaf gesagt: „Hauptsache Kaffee,
alles andere pendelt sich schon wieder ein.“ Aber ob ich in dem Moment, als mein schreiendes
Baby sich nicht beruhigen ließ und sich, vor nicht deutbaren Unbehagen in meinen Armen hin und
her wand, auch locker geblieben bin, kann ich nicht sagen. Eher waren da so ängstliche
Gedanken, wie „Wird er krank? Habe ich ihn zu dünn angezogen? Waren wir heute zu viel
unterwegs?“ und so on.
Entspannte Kinder, entspannte Eltern
Im Buchladen findet man jede Menge Literatur zum Thema, wie wir als Eltern richtig agieren
können. Auch das Internet ist voll von Hinweisen, Berichten und Blogartikeln – mich beschleicht
langsam das Gefühl, dass es eigentlich andersherum ist – nur wenn die Kinder entspannt sind,
können wir Eltern auch sorglos sein.
Im Austausch mit anderen Mamas wird mir klar, jeder kennt die Selbstzweifel, jeder wünscht sich
ein unkompliziertes Kind und gerne präsentiert man sich nach außen entspannt und locker im
Umgang mit Schwierigkeiten im Familienalltag.
Ein gesundes Maß an Zweifeln, denn diese regen uns zur Reflexion an und ein gesundes Maß an
Flexibilität, denn diese lässt uns über Kleinigkeiten hin weg sehen, halte ich für erstrebenswert.
Yoga und Mediation beruhigen den Geist
Ich bin Yogalehrerin. Entspannung ist eine Konsequenz, die aus dem regelmäßigen Yogaüben
resultieren soll. Also sollte ich wohl nach vielen Jahren des Yogaübens auch ziemlich entspannt
sein und das würde ich auch von mir behaupten. Aber ich weiß mittlerweile auch sehr gut, wo
meine Grenzen liegen. Yoga hat mir geholfen, auf meine innere Stimme zu hören und zu
erkennen, wieviel Belastung ich vertrage – Belastung im Alltag als Mama oder Belastung in
meinem Beruf. Eine zeitlang habe ich nicht verstanden, dass Andere völlig unterschiedliche
Grenzen und Möglichkeiten haben und ständig Vergleiche angestellt. Grober Fehler! Wir sind alle
individuell.
Die Eine hält mehr aus und kann entspannt bleiben, die Andere erträgt weniger. Die Zweit-Mamas
sind lockerer, weil sie viele Erfahrungen bereits sammeln konnten. Eine Mama wünscht sich nichts
sehnlicher, als neben dem Mama-sein noch zu arbeiten, die Andere nicht.
Egal jedoch, wie wir vom Typ her angelegt sind, Yoga und Mediation wirken auf uns alle. Und sie
bieten uns die Möglichkeit, das Handwerkszeug in herausfordernden Situationen „unser inneres
ruhiges Selbst“ kennen zu lernen und zu kultivieren.
Entspann Dich doch einfach mal!
Schlauer Spruch, den alle von uns sicher gerne hören wollen, wenn ́s mal turbulent wird. Es ist
eben manchmal nicht so leicht, abzuschalten. Wie vieles im Leben, müssen wir es vielleicht erst
(wieder) lernen. Vielleicht benötigen wir auch die Hilfe und die Rückmeldung von Anderen um
unsere Fähigkeit zur „Ent-Spannung“ objektiver sehen zu können. Und auch die Zeit und Muße
uns den Raum für Entspannung im Alltag zu schaffen.
Und vielleicht müssen wir auch, um zu geistiger und seelischer Unbeschwertheit zu finden, den
Weg über den Körper oder den Atem gehen.
Denn Muskulatur an- zu spannen und zu ent-spannen ist ein mechanischer Prozess, der leicht
erfahrbar ist. Ziehe zum Beispiel die Schulter mal ganz nach oben zu den Ohren und lasse dann
abrupt los nach unten.
Es ist also gut nachvollziehbar, dass Du nach 90 Minuten körperlichen Festhaltens und Loslassens
in einer Yogaklasse leicht in den Zustand der völligen Gelöstheit finden kannst – und damit auch
Deine innere Haltung formst. In diesem Zustand wird unser Nervensystem ganz „runter gefahren“,
dies kann auch unsere Reizschwelle für Stress nach unten korrigieren. Gleichzeitig verbinden wir
uns immer wieder mit unserem Atem, unser Anker für turbulente Zeiten.
Unsere eigene innere Haltung gestaltet mit, wie wir unsere äußere Welt wahrnehmen
Gehen wir also mit einer unverkrampften Einstellung durch unsere Welt und haben einen
wohlwollenden Blick auf unsere Kinder, dann können auch unsere Kinder leichter mit uns
umgehen. Gleichzeitig sind wir ihnen ein wunderbares Vorbild. Auch wenn es uns mal nicht gelingt
und wir ihnen das ehrlich widerspiegeln. Das wir also auch großzügig mit unseren eigenen Fehlern
und den Fehlern der Anderen umgehen.
Noch mal zur Verdeutlichung: Yoga macht Dich nicht zu einer besseren Mutter oder einem
besseren Vater – aber es schult Deinen Blick auf Dich selbst und Deine Welt.
Wie entfaltet Yoga jetzt seine Magie?
Vielleicht fühlst Du Dich nach dem ersten Mal Yoga üben richtig gut. Du spürst, dass Du jeden
Muskel und jedes Gelenk Deines Körpers bewegt hast. Du bist entspannt. Durch die Bewegung
hat Dein Gehirn Glückshormone ausgeschüttet und die pure Glückseligkeit fließt durch Deine
Nervenzellen. Dein Atem ist Dir bewusst geworden und Du hast gelernt, dass Du den Körper über
Deine Art zu atmen, steuern kannst. Du bist dankbar, dass Du Dir Zeit für Dich genommen hast.
Deine Mundwinkel ziehen von ganz alleine nach oben, als ob Du frisch verliebt wärst. Außerdem
ist da so ein warmes Gefühl um ́s Herz. Ein wunderbares Zitat von Swami Vishnudevananda passt
zu diesem Erlebnis: „Glück ist erfahrbar: Innere Ruhe bedeutet Glück und Yo g a zeigt uns den Weg.“
Dein erster Schritt auf dem Weg zur inneren Ruhe
Das Beste am Yoga ist, dass Du jederzeit und sofort damit beginnen kannst:
Setze Dich bequem in einen aufrechten Sitz.
Mit der Einatmung führst Du Deine Arme über die Seite nach oben. Leg die Hände aneinander,
atme aus und führe die Hände vor Dein Herz.
Führe diese Bewegung weiter aus, während Du die folgenden zwei Affirmationen für Dich
wiederholst:
In der Einatmung sagst Du in Gedanken zu Dir: „Ich atme ein was mich stark macht.“
In der Ausatmung formulierst Du: „Ich lasse los, was ich nicht mehr brauche.“
Wiederhole diese Übung mehrere Male und bleibe danach für einen Moment in der Stille.
Ich wünsche Dir viel Freude beim Üben und alles Gute!
Antje ist Yogaschülerin, Yogalehrerin und Mama eines kleinen Sohnes. Yogamami.blog hat sie allen Yogamamis gewidmet ist – Es geht um ́s Mama-Sein, Yogi-Sein und Glücklich-Sein! Yogamami.blog ist auch auf Facebook, Instagram, Twitter

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