Warum Zeit für mich wichtiger ist als Geld

Dieser Artikel trug mal die Überschrift „Was sich jeder wünscht und niemand hat: Zeit“. Zugegeben, ein wenig provokant. Deshalb habe ich sie geändert. Und trotzdem möchte ich dich gern ein bisschen zum nachdenken bringen, denn in dem ganzen tun und machen vergisst man es oft: dass Zeit ein riesiges Geschenk ist, das man pflegen und schätzen muss. Denn dann hat man es ein Leben lang und kann sich immer wieder daran erfreuen!

In letzter Zeit habe ich sehr viel Zeit. Vielleicht habe ich auch wenig Zeit, doch es kommt mir so vor, als ist immer genug davon da. Vielleicht lebe ich auch so sehr im Jetzt, dass ich die Zeit gar nicht merke. Das war aber nicht immer so. Und wer weiß, vielleicht ändert es sich bald auch wieder. In jedem Fall beobachte ich Menschen, denen es anders geht. Sie sind gestresst, müssen die Dinge schnell machen, viel erledigen oder Verpflichtungen nachgehen. Sie haben nicht so viel Zeit für sich selbst oder Dinge, die ihnen guttun und Spaß machen.

Nimm´dir Zeit

Bevor nun Gedanken oder Sätze aufkommen, wie: „Na das ist ja schön, wenn du es dir leisten kannst – ich jedenfalls kann mir nicht so viel Zeit nehmen, denn ich muss arbeiten…“ – bevor du das denkst, möchte ich dir gern etwas sagen. Die Zeit, die du jetzt hast, ist dein Leben. Diese Zeit vergeht jeden Tag. Was der nächste Tag bringt, wissen wir nicht. Du weißt nicht, wie viel Zeit du noch zu leben hast. Und auch nicht, was nach deinem Leben kommt oder passiert…

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Diese Gedanken mögen ein wenig düster klingen. Mir persönlich sind sie aber sehr präsent. Genau dieses Bewusstsein darum spornt mich an, das zu tun, was mir wirklich Freude bereitet. Schon als Kind nahm ich mir vor, jeden Tag meines Lebens so richtig auszukosten und zu genießen. Natürlich ging das nicht immer und über manche Zeitabschnitte hinweg habe ich es vergessen. So geht es ja allen Menschen mit dem Leid, Schmerz und Frust des Lebens. Doch man muss es sich immer wieder in Erinnerung rufen: die Zeit hier ist kostbar! Wir müssen sie nutzen, wir können viel aus ihr machen. Ganze Regalabschnitte in Bibliotheken und Buchhandlungen beschäftigen sich damit.

Wie bekommt man mehr Zeit?

Zuerst: du hast die Zeit schon bekommen! Sie wurde dir wie allen Menschen geschenkt, durch was und auf welche Art auch immer, aber sie ist schon hier. Du brauchst gar nicht so viele neue Zeitfenster zu schaffen – Kinder zur Tagesmutter, Chef auf den Mond, Freund zum Männerabend, Wochenende freihalten, – denn was machst du dann mit der Zeit? Ich glaube, es ist viel mehr eine Frage, wie man seine (nicht nur freie) Zeit verbringt. Mit welchen Gedanken und damit in welcher Stimmung. An den schlimmsten Tagen habe ich keine Zeit, für gar nichts und falle dann am Abend kaputt ins Bett. Aber auch diese anstrengenden Tage kann ich mittlerweile damit schaffen – mit einem reinen Bewusstsein, dadurch, dass ich mich voll und ganz ins Jetzt begebe und dem Fluss des Lebens erlaube, mich einfach mitzunehmen. Ich merke dann gar nicht, wie leicht alles geht, obwohl ich nichts mache. Zummindest nichts von dem was ich eigentlich wollte, was ich geplant hatte.

Was sind Zeitfresser?

Wir selbst. Ich glaube, dass wir mit der Art, wie wir leben und denken, unsere Zeit aufessen. Natürlich kann man nun schimpfen und sagen, dass Smartphones, Tablets und wie sie alle heißen, daran Schuld sind. Oder zu viel Papierkram, andere Leute, mit denen wir uns beschäftigen müssen, Uhren, …

Doch letztendlich sind es immer wir selber. Deshalb überlege ich mir auch sehr oft und immer wieder, wie ich mir mein Leben eigentlich vorstelle. Ich schreibe auf, was ich mir wünsche, was ich brauche, wie ich meinen Alltag gern hätte, wo ich sein will und wie usw. Diese Listen oder Zettel sehen natürlich immer anders aus. Als ich vor ein paar Jahren an Weihnachten meine Mutter besucht habe, fand ich im Badschrank, wo damals meine Sachen standen, einen dieser Zettel zusammengerollt in einer Schmuckschatulle. Den hatte ich längst vergessen und deshalb war es sehr interessant: hier hatte ich z.B. aufgelistet, was ich in meinem Leben noch tun muss, damit ich mich glücklich und zufrieden auf meinem Sterbebett verabschieden kann. Ein paar Dinge konnte ich abhaken. Und das war ein unglaubliches Gefühl! Ich war so glücklich, dass ich manches sozusagen erledigen konnte! Als ob es dann aber dabei bleiben würde… Natürlich werden immer wieder neue Dinge dazu kommen, es hört nie auf!

Aber das Leben hört auf und damit unsere Zeit hier auf der Erde.

2 Kommentare auf “Warum Zeit für mich wichtiger ist als Geld

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