Was mein Kind mich täglich lehrt: sei du selbst!

Manou hat irgendetwas anziehendes. Egal, wo wir hinkommen, sie fällt auf. Mit ihrer natürlichen Art zieht sie Menschen ganz schnell in ihren Bann und jedes Mal sind die Leute fasziniert und begeistert davon. Hat Manou Starqualitäten? Nein, wohl eher haben Superstars Kinderqualitäten, denn was beide verbindet: sie sind sie selbst (na gut, nicht alle). Irgendwann im Laufe des Lebens verlernen wir das, wenn wir zu sehr gemessen werden an den Erwartungen um uns herum, den Ansprüchen der anderen – wenn wir erzogen werden. Aber man kann das wieder lernen und bei unseren Kindern können wir es zummindest anders machen, so dass sie möglichst frei und immer ganz sie selbst sein können.

Unbekümmert sein, einfach sein

Kinder sind so unbekümmert! Sie zeigen ihre Gefühle ehrlich, sind sehr direkt, vergessen unter Umständen auch mal Danke zu sagen, kümmern sich schlicht weg nicht um die Meinung der anderen oder darum, was andere Menschen über sie denken.

Wenn ich Manou morgens anziehen möchte, wählt sie ihre Sachen selbst aus und zieht dann gleich fünf Oberteile übereinander, weil sie sie alle so schön findet. Wenn ich mein Tagesoutfit zusammenstellen, dann wohl wenigstens zu zwanzig Prozent nach dem Kriterium Gesellschaftstauglichkeit. Oder wann ziehst du dich wirklich mal so an, wie es dir gefällt?

Manou hat ihren eigenen Kopf, wie alle anderen Kinder auch! Und das zeigt sie nicht nur mir sehr deutlich. Sie sagt klar, was sie möchte, sagt nein, wenn ihr etwas nicht passt, versucht, ihre Ideen durchzusetzen, wenn sie unbedingt will, macht manchmal bewusst Dinge anders und lässt sich auch nicht die Meinung verbieten.

Kinderaussagen sind oft so klar und einfach! Wir Erwachsenen machen vieles kompliziert. Ich mag Einfachheit. Und da inspiriert mich Manou sehr. Das klassische Beispiel, was immer wieder kommt, habe ich vor kurzem selbst erlebt: “Mama, die Frau ist aber DICK!” Hm… Ja. So soll es dann auch nicht sein. Aber im Grunde genommen lässt sich vieles ganz einfach sagen.

Offen sein

Kinder legen eine ausgesprochene Offenheit an den Tag. Wir nehmen uns diese Aufgeschlossenheit selbst, indem wir viel zu viel denken und dadurch Gedankenkonstrukte, Komplexitäten erschaffen, die mit der Realität gerade nichts zu tun haben. Die Realität ist das Hier und Jetzt! Und wenn ich es schaffe, mich voll und ganz darauf einzulassen, kann alles passieren – das habe ich auf unserer Reise immer wieder besonders gemerkt. Ich nehme alle Feinheiten, selbst kleine Zeichen und Details, viel besser wahr, mein Bewusstsein ist wacher, ich kann mich vom Leben treiben lassen, werde geführt. Manchmal ist es ganz einfach! Und manchmal nicht.

In letzter Zeit versuche ich, meinem Bauchgefühl sofort zu folgen! Wenn ich irgendwo eingeladen bin und es Essen gibt, nehme ich mir sofort noch ein Häppchen, anstatt darüber nachzudenken, weil ich mich nicht traue. Wenn mich in einem Gespräch irgendetwas stört, sage ich sofort, was ich gerade denke, damit ich es eben nicht weiter denke. Wenn ich mich für etwas entschieden habe und mein Bauch anfängt, leichte Bauchschmerzen zu verzeichnen, weil er nicht so recht glücklich damit ist, entscheide ich mich direkt wieder um. Das soll übrigens kein guter Rat sein. In diesem Fall hat das bei mir nämlich vor drei Jahren einmal sogar dazu geführt, dass ich den Vermieter unserer schönen Dreizimmer-Altbauwohnung in Heidelberg mehrere Male angerufen habe, weil ich mich mit meiner Entscheidung, auszuziehen (bzw. doch dort wohnen zu bleiben), unglaublich schwer tat. Am Ende war das dann nicht mehr die beste Entscheidung, der Vermieter wollte nur noch seine Ruhe haben… Aber es ist mein Versuch, mich von allem, was nicht ich bin, zu befreien! Damit ich eben mehr selbst sein kann.

Die Gedanken sind frei!

Alle Kinder haben eine unglaubliche Fantasie! Und Fantasie ist etwas so freies, natürliches – jeder Mensch hat sie. In deinem Kopf ist alles möglich! Niemand kann in dich reingucken, also nimm´dir die Freiheit im denken, spinne Träume zusammen, sei utopisch, vergiss alle Regeln, erlaube dir ganz verrückte Ideen! Natürlich nur positive, denn jeder Handlung geht ja ein Gedanke voraus.

Kreativität ist kosmisch und wie Musikalität in jedem Mensch vorhanden. Ich kenne viele, die sagen, “Ich bin so unkreativ!”, aber das stimmt nicht. Egal, was du machst, allein dass du machst, wie du etwas machst, ist Ausdruck deiner Kreativität. Kochen, Putzen, eine Tasche packen, aufräumen, ordnen, sortieren, Ideen entwickeln und Konzepte spinnen, wie du dich bewegst, wie du dich zurecht machst, aber ja, auch wie du schreibst oder singst oder malst. Dein ganzer Alltag ist kreativ! Alles, was aus dir selbst heraus kommt, ist deine Kreativität – und das können wir defiinitiv von Kindern lernen. Kreativität hilft uns, wir selbst zu sein, denn dabei vergessen wir ganz schnell alles um uns herum und versinken in eine Aufgabe – wir meditieren!

Meditation hilft mir in letzter Zeit übrigens sehr, ich selbst zu sein, bzw. herauszufinden, zu hören, was ich selber bin. Aber dazu gibt es hier bald nochmal einen extra Artikel.

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