Wie Yoga gerade mein Leben verändert

Yoga tut mir gut. Nein, ich brauche Yoga. Ich kann nicht mehr ohne Yoga leben!

Warum mir Yoga gut tut – warum ich Yoga brauche – warum ich nicht mehr ohne Yoga leben kann

Zunächst einmal – mit Yoga bin ich schon recht früh in Berührung gekommen. Bei meiner Mutter lagen ein paar Bücher auf dem Zeitschriftenstapel, Pilates und das hat sie damals interessiert. Aber beim durchblättern fand ich die Abbildungen langweilig, nichts davon löste in mir irgendeine Verbindung dazu aus. Zu der Zeit war es außerdem schon soetwas wie ein neuer Trend – gähn, langweilig für mich.

Aber so ist es mit vielen Sachen. Es gibt für alles den richtigen Zeitpunkt oder anders gesagt, man muss bereit sein für die Dinge, die auf einen zukommen, man muss hungrig sein, durstig, erst dann kann man durch Schlüsselmomente wahrlich erleuchtet werden. Nur dass die Schlüsselmomente eben genau dann kommen, wenn man sie nicht erwartet, nicht (mehr) sucht.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Vor etwa vier Jahren kam Yoga nochmal zu mir. Als ich Dénes, meinen Mann, kennen lernte. Er war schon viel tiefer darin verankert. Seitdem probiere ich das auch, in größeren und kleineren Abständen. In der Schwangerschaft habe ich recht häufig Yoga gemacht, nach der Geburt auch. Doch wie ich es gemacht habe, weiß ich nicht mehr. Ich habe mich damit nie anders gefühlt, als z.B. beim laufen oder schwimmen. Manchmal hatte ich Schmerzen, war froh, wenn ich es “geschafft” hatte und hatte oft auch keine Lust.

Letztes Jahr hat Dénes seine Yogalehrerausbildung gemacht. Wir haben ihn dabei im Ashram in Deutschland begleitet. Ganz euphorisch dachte ich, dass ich damit nun meinen eigenen Privatlehrer habe! Als wir dieses Jahr im malaysischen Dschungel gewohnt haben, musste Dénes für eine Weile zurück nach Deutschland. Mehrere Wochen, Monate sollten wir uns nicht sehen und was danach kommen sollte, war ungewiss. Ich war darüber so traurig, dass mein Körper Déness tägliche Praxis automatisch übernahm. Ich musste gar nicht nachdenken. Ich hatte es so oft gesehen, Dénes hatte es mir so oft gezeigt. Seitdem mache ich nun auch regelmäßig Yoga, jeden Tag.

Meine Schlüsselmomente

Man muss sicher nicht in einen Ashram gehen, um dem Yoga ganz und gar zu verfallen oder lichte Momente dabei zu haben. In meinem Fall war es aber gut, denn die zwei Schlüsselmomente, die es endlich tief in mein Leben gebracht haben, hatte ich genau dort, vor wenigen Monaten in Indien. Ich bin einfach auf zwei Menschen getroffen, zwei Lehrer, die mit ihrer Art, Yoga zu unterrichten und zu leben, darüber zu sprechen und es selbst zu fühlen, genau in meine Mitte geschossen haben. Ihr Pfeil hat mich getroffen, that´s it. I´m connected! Für mich hat sich damit eine völlig neue Welt aufgetan, eine Tür ist aufgegangen, die ich nicht wieder zu stoßen kann!

Natürlich kann der Schlüsselmoment bei jedem etwas anderes sein. Doch ich weiß jetzt, dass das notwendig ist, man muss es einfach mal erleben! Yoga ist eine jahrtausendealte Wissenschaft, ja, sie kann dein Leben selbst werden, wenn du sie über so eine Brücke zu dir entdeckst! Über Yoga wird so viel geschrieben, man kann unglaublich viel darüber lesen. Aber erst durch das erleben, dadurch, selbst die Entdeckung zu machen, kann Yoga wirklich unersetzlich für dich werden. Davor ist es in jedem Fall wertvoll und wie das erlernen eines Instruments. Es bedarf Übung, Kontinuität und Pflege im Alltag. Daraus wird immer mehr wachsen und vielleicht hast du nach einer Weile schließlich auch deinen Heartbreaker Moment.

Arten und Stile

Was ich nicht wusste oder was mir zummindest nicht so klar war: es gibt unzählige Yogaarten! Wirklich so viele, dass man sich gar keinen Überblick verschaffen kann. Sogar Nackt-, Lach- oder Schlafyoga. Im Ashram habe ich ein paar Arten kennengelernt, Vinyasa Flow, Ashtanga, Sivananda, Kundalini, Yoga Nidra… Aber auch Karmayoga und Yogatherapie sind Yoga. Man braucht nur mal das Schlagwort “Yogaarten” in die nächste Suchmaschine einzugeben und findet dabei Seiten wie diese hier, die einem dieses Universum leicht eröffnen. Mir ist jetzt klar, wie wichtig es ist, seine ganz persönliche Art, seinen Stil zu finden. Es muss einen inspirieren, eine Leidenschaft auslösen. Ich glaube sogar, dass das auch ein Grund ist, weshalb manche Menschen Yoga nichts abgewinnen können, noch nicht “connected” wurden!

In der Kunst ist es so, dass man mit dem althergebrachten, der traditionellen Schule, beginnt, zu lernen. Man studiert zuerst klassisches Ballett, ehe man sich zeitgenössischem Tanz widmet. Man spielt zuerst die Musik von Bach, Mozart & Co., weil man sonst gar kein Verständnis für Komponisten der Moderne haben kann. Ob das im Yoga auch so ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war das klassische Hathayoga immer das, was Dénes mir vorgemacht hat und mit dem ich dadurch zuerst in Berührung kam.

Mir hat der Ashram geholfen, denn dort konnte ich viel ausprobieren, jeden Tag gab es etwas anderes. Morgens, abends, also zu verschiedenen Tageszeiten, täglich wechselndes Programm und Yogalehrer aus der ganzen Welt, mit den verschiedensten Hintergründen. Yoga ist noch imer ein Universum für mich, von dem ich vielleicht 0,1 % vermittelt bekommen habe. Doch ich habe irgendwie Anschluss gefunden und weiß jetzt, dass es gut für mich ist. Ich weiß, wie ich Yoga selbst, für mich, machen kann. Jeder macht es anders! Aus den Ideen, den Stunden, die ich gesehen und mitgemacht habe, habe ich nun eine Art Eigenrepertoire, aus dem ich täglich schöpfen kann. Und dabei sagt mir v.a. mein Körper, was er gerade braucht, wie er sich in welche Richtung biegen will und wann er lieber gar nichts machen, ruhen, meditieren möchte.

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Was Yoga ist – was Yoga für mich bedeutet

Yoga ist für mich eine Philosophie, ein ganzheitlicher Lebensstil, ein hilfreiches Konzept, meinen Körper, Geist und Seele zusammenzubringen. Es bedeutet für mich Einheit, Harmonie, Wohlbefinden in meinem Körper und mit mir selbst. Seit ein paar Monaten ist es das erste, was ich morgens nach dem Aufstehen mache. Es ist für mich atmen, Lebensatem! Im geistigen und körperlichen. Die meisten Menschen atmen oberflächlich, ich auch! Es hilft mir, zu atmen. Es gibt für mich mittlerweile nichts besseres, als Pranayama, also Atemübungen, zu machen! Was ich am Anfang langweilig fand, hat mittlerweile sogar gefühlt mein Bewusstsein verändert. Einfach mit geschlossenen Augen auf dem Boden sitzen und atmen – natürlich gibt es dafür auch Techniken – es ist wie meine innere Dusche geworden.

Im Übrigen erhöhen allein diese Übungen die Kraft und Flexibilität des Körpers, es ist kein Muskeltraining notwendig! Und das spüre ich besonders. Pranayama gibt mir so viel Energie, so viel Kraft! Ich habe das Gefühl, dass ich allein damit Hochleistungen vollbringen kann. Und in der Tat sucht sich all diese Energie sehr schnell ein Ventil, bei mir fließt sie in Form von Bewegung oder Produktivität wieder nach draußen.

Ein Prozess

Jeder Weg zur Selbsterkenntnis kann als Yoga bezeichnet werden! Ich brauchte das lange nicht, jahrelang habe ich ohne Yoga gelebt. Und es war wunderbar! Auch jetzt höre ich manchmal Menschen sagen, dass es auch ohne geht, ja, das verstehe ich! Viele von denen sind übrigens auch Yogis, ohne dass sie es wissen. Bhakti Yoga z.B. ist das Yoga der Gefühle, der reinen Hingabe. Viele Menschen sind einfach im Moment, genießen, leben, sind. Alles kann Yoga sein, bei jedem ist es anders, aber es ist immer ein Prozess, eine Entwicklung. Alles, was wir erlebt haben, was war, war gleichzeitig auch die Vorbereitung auf diesen jetzigen Moment. Und schließlich zählt nur er, das Jetzt, der Moment.

Wie du Yoga für dich finden kannst

Leider hat Yoga in unseren westlichen Ländern immer noch viel mit Fitness zu tun. Man sieht es hier eher als etwas körperliches, als eine Art Sport, denn so wird es überall präsentiert. Yoga kann alles sein, sehr komplex, vielfältig, für jeden, es bringt alles zusammen und ist so gesehen doch ganz einfach. Es ist sehr spirituell, ohne Religion zu sein. Yoga verpflichtet nicht, ist nichts. Niemand muss im Yoga, jeder kann. Und ob man mehr Wert auf Körper oder Geist, auf Ernährung, auf Bewegung oder Ruhe legt – jeder kann es sich aussuchen. Aber um es für sich zu entdecken, um wirklich Feuer zu fangen, braucht man einen guten Lehrer, jemand, der auf der gleichen Wellenlänge ist, der Yoga wirklich in dein ganz normales Leben direkt zu dir bringen kann! Und dafür sind die Möglichkeiten endlos.

Mein Tipp? In jeder Stadt gibt es Schulen, Zentren, Studios. Die Schnupperstunden sind fast überall kostenlos und ich würde einfach alles ausprobieren. Mir zehn Termine in zehn verschiedenen Yogaclubs machen, so hast du zummindest schon mal eine kleine Auswahl und übst es mit verschiedenen Leuten, vielleicht ist da ja schon was für dich dabei! Du kannst auch ein Retreat machen, also eine Art Auszeit – vier Tage, fünf, eine Woche, zwei – und dich mal ausschließlich Yoga und dir selbst widmen! Solche Retreats kosten viel mehr Geld, da sie auch Unterkunft, Verpflegung und Extras beinhalten und an schönen, abgelegenen Orten stattfinden. Eine Art Wellnesskur. In einem Ashram, so wie wir, kannst du jederzeit und kostenlos sein. Du erhältst alles umsonst und hilfst dafür bei allen Arbeiten mit, das nennt sich dann übrigens Karma Yoga. Du kannst aber auch ein Vipassana-Retreat machen – dabei meditierst und schweigst du mehrere Tage lang unter professioneller Anleitung, auch das ist immer kostenlos.

Yoga mit Kind

Da wir beide viel und gern Yoga machen, ist Manou das mittlerweile gewöhnt. Aber es brauchte ein wenig Übung und hat am Anfang auch noch nicht so gut geklappt. Yoga mit Kindern wird einfach zur Gewohnheit, wenn du es regelmäßig machst. Im Ashram konnten wir Manou irgendwann in jeder Yogastunde mit dabei haben. Sie hat eine eigene Matte zwischen allen Teilnehmern bekommen, ihr Schreibheft, Stifte, ein selbst gemachtes Fruchteis und etwas zu trinken. Zwischen 60 und 90 Minuten kann sich Manou so mittlerweile selbst beschäftigen, zwischendurch macht sie die Übungen auch einfach mit oder beobachtet uns. Wenn sie auf Toilette muss, flüstert sie uns das zu und wir verlassen dann mal kurz den Raum zusammen. Es geht wunderbar und ist eine tolle Übung.

Im übrigen sind Kinder körperlich von Natur aus noch besonders flexibel und biegsam! Manou kann ihr Bein hinter den Kopf bringen oder im Spagat sitzen – mit Leichtigkeit. Ich kann das nicht! Und Yoga kann das erhalten, ein Geschenk also, was du deinem Kind machen kannst, indem du einfach Yoga mit ihm lebst. Ich sage bewusst leben, denn Yoga findet nicht nur auf der Matte statt. Kindern und uns selbst einen bewussten und ganzheitlichen Lebensstil anzugewöhnen, ein Bewusstsein und Gespür für ihren und unseren Körper zu vermitteln, umfasst alle Lebensbereiche. Und wenn das so einfach wäre, würden wir ja nicht immer wieder zur Tafel Schokolade greifen oder uns auf Facebook bedudeln.

CNAP – My Cosmic New Age Peace Drug

Aber Yoga hilft! Ich würde es dir so gern geben, dir schenken, so wie es mir in den letzten Wochen auf kosmische Weise geschenkt wurde! Ja, ich glaube an schenken und vielleicht ist ja auch nur ein Fünkchen von dem, was ich gerade fühle, auf dich übergeschwappt! Das wäre für mich ein unglaubliches Glück und für dich hoffentlich auch eine große Freude.

Du brauchst kein Yoga! Aber irgendwie schafft es Yoga, dass man meint, man bräuchte es. Ich finde das sehr verdächtig! Ist es mit Drogen nicht genauso? Yoga ist aber definitiv die beste Droge, die ich bisher probiert habe. Sie macht mich süchtig! Und sobald sie nachlässt, will ich Nachschub, ich will mehr! Nur die Auswirkung, das High, ist viel besser. Es ist eine Langzeitdroge, Yoga will dich, Yoga gibt dir was! Was genau, kann ich dir nicht beschreiben, das musst du selbst ausprobieren. Es kann dich runterbringen oder pushen, dir Energie oder Ruhe schenken. Es macht dich wach und sensibel, lässt dich die feinstofflichen Energien noch viel mehr spüren (oder erweckt sie in dir), bringt dein Bauchgefühl hervor, lässt dich schweben und fliegen. Aber in jedem Fall schenkt es dir Kraft. Muskelkraft, aber auch reine Lebenskraft. Ein Cocktail aus vielem! Und der Witz ist, dass all das eigentlich schon in dir ist. Aber es kann viel aus dir herausbringen, wenn du es selbst nicht schaffst, wenn andere(s) es nicht schaffte(n). Und im Gegensatz zu anderen Drogen, kannst und sollst du es sogar gerade in schlechter Stimmung konsumieren. Yeah!

Es gibt zwei Dinge, die sterbende Menschen oft bereuen: zu wenig gereist zu sein und kein Instrument spielen zu können. Yoga kann da definitiv mithalten!

Om Shanti.

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